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Die Chronik von Oberbuchfeld

Erstmals wird Oberbuchfeld, in der alten Schreibweise Pochuelt, zur Pfarrei Deining gehörig, bis zur Gebietsreform selbständige Gemeinde mit den Ortsteilen Rothenfels, Arzthofen und Lengenbach, 1188 urkundlich erwähnt.

Namensherkunft

Die Ortsnamensforscher erklären den Namen als Siedlung am Felde oder am Walde, wo Buchen standen.

1372 verkauften Wilhelm und Heinrich der Loterbecker (Leutenbacher) ihr Gut zu Oberbuchfeld an Heinrich Kegler den Jüngeren, Bürger zu Neumarkt.

Nach den Herren von Loterbeck wurden als Besitzer genannt: das Kloster zu Waldsassen, Heinrich Hartlieb und das Geschlecht der Ittelhofer. Hans von Ittelhofen verkaufte am 5. Mai 1544 seine Güter zu Oberbuchfeld an den Kurfürsten Friedrich.

Seit alten Zeiten bestand in Oberbuchfeld eine Taverne (Gasthaus). auf der besondere Schankrechte lagen. 1574 verkaufte Linhard Thanner diese Taverne mit all seinen Rechten an den Neumarkter Bürger und Rat Hans Roßkopf.

In den folgenden Jahrzehnten ist anscheinend ein Besitzerwechsel dieser Taverne eingetreten, denn am 10. Mai 1627 verkauften Georg Thonauer von Berg und seine Frau Barbara "die von unserem freundlichen und lieben Vater und Schwäger" Georg Thonhausererblich übernommenen Taverne zu Oberbuchfeld mit der jährlichen Gift und den Traidtschulden, also 5 Metzen Korn und 5 Metzen Korn, Neumarkter Maß, welche jährlich zu Michaeli fällig sind, zwei Gulden Zins, ein Weihnachtswecken, eine Fastnachtshenne wie auch die Handlangengerechtigkeit an den ehrenhaften und wohlgeachteten Hans Christoph Wolf, Bürger zu Neumarkt und seine Ehefrau. Zeugen dieses Verkaufs waren Georg Ulrich Eisenreich, Schultheiß zu Neumarkt, Lorenz Herdegen und Hans Sporrerer, beide Neumarkter Bürger.

Dreißigjähriger Krieg

Durch den 30-jährigen Krieg wurde dem Lande und den Bewohnern schwere Wunden geschlagen. Kirchen und Kapellen wurden zerstört und zerfieln. Die St.-Jakobs-Kirche wurde vollständig demoliert, sie besaß oben kein Dach und unten kein Pflaster mehr. Nur zwei Glocken waren geblieben.

Reformation und Gegenreformation

Nachdem in Deining, dem Pfarrsitz von Oberbuchfeld, von 1558 bis 1626 sechs evangelische bzw. kalvinistische Pfarrer gewirkt hatten, bekam Deining im Rahmen der Gegenreformation mit Johann Schrober wieder einen katholischen Geistlichen, der von 1628 bis 1632 die Pfarrei leitete. Unter Pfarrer Matthäus Dollinger wurden 1651 die Einwohner der Parrei gezählt. Oberbuchfeld wies damals 33 ältere Leute, einen jüngeren Burschen und 20 Kinder auf. Bereits 20 Jahre später, also 1671, hatte Oberbuchfeld 23 Häuser, in denen 26 Familien mit 130 Menschen wohnten.

Am 1. Februar 1637 stellt Mag. Georg Dorn, Pfarrer zu Deining, ein Register über "den jährlichen Geld-Zins, den großen und kleinen Zehent auf die Filial Obernbuchfeldt" zusammen. Nach diesem waren Georgius Lechner, Stephan Latzhamer, Christoph Lechner, Peter Otth, Wolff Graser, Hanß Wirger und Max Kaiser zinspflichtig und hatten außer einem Geldbetrag noch je ein Laib Brot und einen Käß zu geben. An großem Zehent hatte der Pfarrer zu Deining ,,in etliche Acker allein, in etlichen halb und in etlichen den dritten Teil, daher es viel Zankens und Streitens bedarf. Summe der Pfarrer hat in Großen und Kleinen Zehent den dritten Teil. Der Wirt alleine ist frei."

1723 ließ die Gemeinde Oberbuchfeld durch den Neumarkter Maler Christian Pöhl den Altar neu malen. Stifter für die Kirche waren die alten oberbuchfelder Familien Fink, Scherer und Ott, die Seelenmessen gestiftet hatten.

Am 22. Januar 1801 wurde der adelige Sitz mit dem bedeutenden Blut-, Groß- und Kleinzehent zu Oberbuchfeld an Margarete Yberl zu Lengenfeld verkauft. Sie übergab denselben 1810 ihrem Sohn Michael, der dort das Tavernenrecht ausübte und der "Sitzherr" genannt wurde. Nach seinem Tode am 25. Juli 1831 wirtschaftete seine Witwe Eva Yberl, geb. Pürzer aus Velburg mit ihren Kindern auf dem "Sitze" noch 11 Jahre. Am 2. Juni 1842 verkaufte sie das Anwesen ihren Verwandten im Bräuhause zu Lengenfeld.

In den Jahren 1803 bis 1804 wurden in Oberbuchfeld und Rothenfels die Gemeindegründe Brunnberg, Gewayda, Bügl und Schardenanger unter die Gemeindemitglieder aufgeteilt.

Eine Anzeige im "Neumarkter Wochenblatt" besagt, daß Eva Yberl gewillt ist, ihren Groß- und Kleinzehent-Anteil in der Ortsflur Oberbuchfeld sowie den Blutzehent an den Meistbietenden zu verkaufen. Die Versteigerung fand am 22. Juli 1843 im Pfarrhofe zu Waltersberg statt.

Der Frömmigkeit der Oberbuchfelder zeigte sich auch 1848, als eine neue Glocke mit dem Namen "Martha" geweiht wurde. 28 fl und 9 kr wurden gespendet.

Eine Regierungsentschließung vom 5. Juni 1854 besagt, daß dem Wirt Johann Scherer aus Oberbuchfeld genehmigt wurde, das Maß Sommerbier um 6 kr abgeben zu dürfen.

Bei einem Gewitter am 18. Juli 1865 fuhr ein Blitzstrahl in die Scheune des Bauern Zizzer und zündete diese an. Auch das Wohnhaus brannte nieder. Das Feuer erfaßte den Anbau seines Nachbarn Johann Blomenhofer und das Wohnhaus des Gemeindevorstehers Xaver Fink. Johann Blomenhofer nahm sich das Unglück, das über ihn gekommen war so zu Herzen, daß er sich im Brunnen ertränkte. Der Pfarrer von Deining gewährte ihm das kirchliche Begräbnis.

Johann Baptist Mößl, geb. am 23. Mai 1855 in Oberbuchfeld Nr.21 als Sohn des Konrad Mößl und der Maria Anna Tresch, empfing am 21. September 1879 die Priesterweihe. Seine Seelsorge-Orte waren Pleinfeld, Raitenbuch, Pfraunfeld und Kirchbach. Als Pfarrer wirkte er fast 30 Jahre in Waltersberg, wo er am 18. Juni 1917 starb.

Gegend um Oberbuchfeld bereits in der Bronzezeit besiedelt

Daß die Gegend um Oberbuchfeld lange vor der Christianisierung bewohnt war, beweisen zwei Beile aus der Bronzezeit, die bereits 1974 auf einem Acker des Landwirtes Franz Fink gefunden wurden. Das kleinste Beil ist 14 cm lang und wiegt 100 Gramm, das größere Beil ist 18cm lang und hat ein Gewicht von 300 Gramm. Die beiden Beile sind von hohem wissenschaftlichen und historischen Wert. Sie werden auf ein Alter von ungefähr 3.500 Jahren geschätzt und wurden nach der Verfügung des Finders dem Neumarkter Heimatmuseum übereignet.

Ein neuer Friedhof, der westlich von Oberbuchfeld errichtet wurde, konnte 1952 von Pfarrer Matthias Breindl eingeweiht werden. Die Toten der Ortschaften Oberbuchfeld, Rothenfeis, Arzthofen und Lengenbach finden hier ihre letzte Ruhe.

Die neue Wasserversorgungsanlage wurde am 14. Juli 1957 durch Pfarrer Matthias Breindl eingeweiht.

1962: Einweihung der neuen Kirche

Am 5. August 1962 wurde die nach den Plänen des Architekten Hans Meier aus Neumarkt erbaute neue Filialkirche durch Exz. Bischof Joseph von Eichstätt, feierlich konsekriert. Initiator war Pfarrer Matthias Breindl aus Deining.

In Verbindung mit der Ortsgemeinde, der Kirchenverwaltung und der gesamten Bevölkerung wurde das Werk geschaffen. Überall hatte der Zahn der Zeit genagt, die alte Kirche entsprach nicht mehr den Anforderungen eines würdigen Gotteshauses. Auch war sie viel zu klein für eine Gemeinde von 300 Seelen. Der wuchtige Turm blieb auch beim Neubau in seiner Bauweise unverändert erhalten. Der Baukörper wurde von bisher 8 Metern Länge und 6 Metern Breite auf 17 Meter Länge und 11 Meter Breite vergrößert und dadurch wurden im Innern 120 Sitzplätze geschaffen. Der alte Barockaltar der Kirche mit dem Tabernakel wurde durch Kirchenmaler Preiß, Parsberg, neu gefaßt. Davor wurde ein steinerner Altartisch frei in den Raum gestellt.

Zur Ehre der Toten der beiden Weltkriege wurde am 5. November 1972 durch Pfarrer Matthias Breindl das Kriegerdenkmal eingeweiht, das von dem Steinmetzmeister Wagner, Neumarkt, gestaltet wurde.

Die FFW Oberbuchfeld feierte am 9. Juni 1974 das 80-jährige Bestehen. Die von den Jagdpächtern, den Gebrüdern Weber, gestiftete Fahne wurde durch Pfarrer Matthias Breindl geweiht.

1976: Eingemeindung von Oberbuchfeld

Die Eingemeindung von Oberbuchteld in die Großgemeinde Deining geschah am 1. Januar 1976, wodurch der Ort seine Selbständigkeit verlor.

1988 bis 1989 wurde in Eigenleistung ein neues Feuerwehrhaus zwischen Oberbuchfeld und Rothenfels erbaut. Die kirchliche Weihe fand am 17. September 1989 durch Pfarrer Willibald Brems statt.

An der Stelle des alten Feuerwehrhauses wurde 1992 durch die Mitglieder der örtlichen Vereine ein Mehrzweckgebäude mit Containerstandplatz errichtet. Das Gebäude wird als Buswartehäuschen und Lagerplatz des Heimat- und Gartenbauvereines sowie der Kirchweihburschen genutzt. Die Einweihung dieses gelungenen Bauwerkes fand am 25. September 1992 durch Pfarrer Franz Mattes statt.

 

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